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Praxis für Physiotherapie
Manuela Obst
Tel.: (02204) 5 54 34
E-Mail: nc-obstma5@netcologne.de

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Praxis für Physiotherapie
Manuela Obst


Engelbertstr. 1
51429 Bergisch Gladbach
Tel.: (02204) 5 54 34
E-Mail: nc-obstma5@netcologne.de


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Gesundheitsnews





ACHTUNG: Beliebtes Accessoire führt zu Rückenschmerz
Die Handtasche ist als Accessoire nicht mehr wegzudenken.

Die Handtasche ist als Accessoire nicht mehr wegzudenken. Neben Frauen setzen sogar auch immer mehr Männer auf Taschen statt Rücksäcke. Was jedoch den wenigsten bewusst ist: Dies hat oft fatale Folgen für die Rückengesundheit. Experten empfehlen: Handtaschen sollten maximal zehn Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen – in der Regel sind sie jedoch schwerer (ganze 3,5 bis 9 Kilogramm schleppen Frauen mit sich rum) und führen schnell zu Schmerzen und Fehlhaltungen. „Lieber dabeihaben als brauchen“ ist die Devise vieler Frauen, wenn es um den Inhalt ihrer Handtasche geht – doch mit dem Gewicht steigt auch die Wahrscheinlichkeit, den Rücken langfristig zu schädigen. Knapp zwei Drittel der deutschen Bevölkerung ist innerhalb eines Jahres von Rückenschmerzen betroffen, allein 54,9 Prozent der Frauen leiden an Nackenschmerzen und 26,5 Prozent klagen zusätzlich über Schmerzen im oberen Rücken*. Handtaschen als stetige und beliebte Begleiter mit viel Stauraum werden so tagtäglich unbemerkt zum Gesundheitsrisiko. Glücklicherweise entwickeln sich Beschwerden nicht über Nacht und so kann man mit achtsamem Verhalten Schmerzen auf lange Sicht vorbeugen. Genau diese Art von Vorbeugung im Alltag ist Steckenpferd der Aktion Gesunder Rücken e.V. und das sind ihre Tipps für Sie.

Step 1 – Ballast abwerfen

Das Leben einer Frau befindet sich in ihrer Handtasche. Darin ist allerlei Wichtiges, Nützliches und der übliche Krimskrams – eben all die Dinge, die sie täglich braucht. Außerdem ist sie ständiger Begleiter und meist auch Krönung des Outfits. Für den Rücken sind sie aber oftmals pures Gift. Der erste Schritt zur Verbesserung liegt darum auf der Hand: Ausmisten! Nehmen Sie sich die Zeit, den Tascheninhalt mal auf den Prüfstand zu stellen und sortieren Sie aus, was Sie nicht wirklich brauchen. Das Extra-Buch, zwei Magazine, Ihr Tablet, den Regenschirm, obwohl die Sonne scheint und eine schwere Wasserflasche? Einfach raus mit allem, worauf Sie verzichten können. So können Sie einiges an Gewicht einsparen.

Step 2 – Schulter wechsel dich

Das Tragen einer Handtasche beeinflusst Ihren gesamten Bewegungsapparat! Der Körper nimmt automatisch die Position ein, die nötig ist, um die Last auszugleichen. Das ist nicht immer die gesündeste Haltung. Durch ungleichmäßige Gewichtsverteilung und -belastung kann das bestimmte Partien der Rücken- und Nackenmuskulatur ungünstig beeinträchtigen. Tragen Sie darum den Gurt am besten quer über der Brust oder wechseln Sie regelmäßig die Schulter, auf der Sie die Handtasche tragen. Die Armbeugen-Variante sollten Sie nur bei leichten, kleinen Taschen nutzen, denn hier ist es nicht ohne Weiteres möglich viel Gewicht auszubalancieren. Eine weitere Option: Wenn es zum Outfit oder Anlass passt, darf es auch gerne mal der Rucksack sein, insbesondere, wenn mehr Gewicht zu transportieren ist.

Step 3 – Klug geplant, ist halb gewonnen

Immer das gleiche Modell? Wie langweilig! So abwechslungsreich wie das Outfit sollte auch die Wahl der Tasche sein. Dabei ist das Hauptkriterium aber nicht die Optik! Wenn Sie wissen, dass es ein langer Tag mit vielen Wegen zu Fuß wird, sollte es nicht die Tasche aus schwerem Leder mit metallenen Details sein oder eine, die Sie kaum über die Schulter bekommen und darum übers Armgelenk tragen müssen. Über einen längeren Tragezeitraum ist ein Rucksack grundsätzlich rückenfreundlicher, da sich das Gewicht hier besser auf beide Schultern verteilt.

Step 4 – Hold me tight oder “Meine Tasche gehört zu mir!“

Auch ein Rucksack ist noch keine Garantie für rückengerechtes Tragen. Wenn Sie ihn einseitig oder in der Hand tragen, sieht das vielleicht cool aus, aber Ihr Rücken wird das anders sehen und sich schon bald mit Protest bemerkbar machen. Generell gilt es das Gewicht von Handtaschen oder Rucksäcken nah am Körper zu haben. Baumelt alles nur locker herum, entstehen schnell Fehlbelastungen. Achten Sie außerdem auf eine möglichst aufrechte Haltung und einen geraden Rücken. Übrigens: Wer sportlich aktiv ist, dem fällt das meist leichter. Und seien Sie achtsam mit sich selbst. Sobald Sie krumm werden, steuern Sie gegen und richten sich wieder auf.

Weitere Tipps für einen gesunden Rücken:

  • Mehr Bewegung im Alltag: Besorgungen häufiger zu Fuß erledigen, statt des Aufzugs die Treppe nehmen, Fahrradfahren
  • Schon mit fünfzehn Minuten Fußweg zweimal täglich in mäßigem Tempo zur Bahn oder zum Einkaufen können auch Couch-Potatoes die Hälfte ihres Tagessolls an körperlicher Aktivität erreichen. Es darf aber gerne auch mehr sein.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: rückgerechte Stühle und Stehmöglichkeiten nutzen, immer wieder Pausen für kurze Bewegungseinheiten einlegen
  • Rückenfreundlichen Sport treiben: geeignet sind u.a. Aqua-Fitness, Joggen, Walken, Inline-Skaten, Krafttraining, Pilates, Radfahren, Tai Chi, Qi Gong, Yoga, Trampolinspringen, Gymnastik
  • Alltagsstress reduzieren: gute Hilfsmittel sind Meditation, Muskelentspannung nach Jacobsen, Atemtechniken, Autogenes Training
  • Stretching: Machen Sie sich zum Beispiel ganz lang, als ob Sie wie eine Marionette an einem imaginären Faden nach oben gezogen werden und strecken Sie so die Wirbelsäule. Oder dehnen Sie die Muskulatur, indem Sie sich zur Seite neigen oder sanft den Oberkörper nach links und rechts pendeln.
  • Gezieltes Rückentraining: Krankengymnastische Übungen können Beschwerden verhindern. Lassen Sie sich hierzu von einem Therapeuten beraten oder nutzen Sie eines der vielen Bürogymnastik-Programme der Krankenkassen. Die kleinen Trainingseinheiten für zwischendurch sind meist gut am Schreibtisch oder im Stehen durchführbar - ohne zusätzliche Hilfsmittel.

Mehr erfahren Sie unter: https://www.agr-ev.de/de/rueckenschmerzen/ursachen-und-tipps

* Journal of Health Monitoring, Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen in Deutschland. Ergebnisse der Krankheitslast Studie BURDEN 2020

02.12.2021 DGA | Quelle: Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.

Wie Bewegung zum Blutdruck-Medikament wird
Auch in höherem Alter senkt Sport den Blutdruck effektiv – Herzstiftung klärt über empfehlenswerte Sportarten und Trainingsumfang auf

Regelmäßige Bewegung gilt als das ideale Mittel, um den Blutdruck zu senken und das Herz-Kreislauf-System gesund zu halten. Bei leichtem Bluthochdruck unter 160 mmHg systolisch wird eine Änderung des Lebensstils häufig sogar als einzige Maßnahme verordnet, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. „Bewegung ist das ideale ,Medikament‘ für das Herz-Kreislauf-System, weil man damit effektiv – optimalerweise im Zusammenspiel mit weiteren Lebensstilmaßnahmen wie gesunde Ernährung – den Risikokrankheiten für Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugt: allen voran Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen. Welche Sportarten für Patienten mit Bluthochdruck geeignet sind, wie oft man trainieren sollte und welche weiteren Maßnahmen und Therapien den Blutdruck senken können, darüber informiert die Deutsche Herzstiftung in den Herzwochen vom 1.-30. November unter dem Motto „Herz unter Druck“ mit zahlreichen Informations- und Veranstaltungsangeboten unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021

Das „Medikament Sport“ wirkt in jedem Alter effektiv Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Bewegung auch in höherem Alter einen messbaren Effekt auf den Blutdruck hat, und zwar auch dann, wenn Medikamente kaum noch wirken. „Auch bei Patienten, die schlecht auf Medikamente ansprechen, senkt regelmäßiges Ausdauertraining den Blutdruck”, erklärt Professor Dr. med. Timm H. Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I im Marien-Hospital Herne des Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum. Die Wirkung von körperlicher Aktivität auf den Blutdruck ist durch Studien gut belegt. Zwar steigt der Blutdruck während der Belastung kurzfristig an, sinkt danach aber durch verschiedene Anpassungsprozesse für einige Zeit unter das Ausgangsniveau. Wie stark die Werte sich verringern, hängt auch vom Ausgangsblutdruck ab: So sinkt der obere Wert (systolisch) bei Menschen mit normalem Blutdruck um durchschnittlich 3 mmHg, der untere Wert (diastolisch) um rund 2 mmHg. Bei Menschen mit hohem Blutdruck ist die Abnahme deutlich höher, sie beträgt 7 bis 8 mmHg systolisch und 5 mmHg diastolisch. „Je höher der Ausgangsblutdruck, desto höher die Blutdrucksenkung”, fast Prof. Westhoff die Ergebnisse verschiedener Studien zusammen.
Dass das „Medikament“ Sport” auch in fortgeschrittenem Alter äußerst effektiv wirkt, konnte eine Studie aus dem Jahr 2007 an 54 Bluthochdruckpatienten im Alter von über 60 Jahren belegen: Ein dreimal wöchentliches Training senkte den Blutdruck in der 24-Stunden-Messung sogar um 9 mmHg systolisch und um 5 mmHg diastolisch. (1)

Welche Ausdauersportarten sind ratsam? Vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Walken, Radfahren oder Schwimmen haben einen messbaren Einfluss auf den Blutdruck und gelten als besonders empfehlenswert. Maßgeblich für den Erfolg ist, die Sportart regelmäßig und langfristig zu betreiben. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, sich mindestens dreimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten bei moderater Intensität zu bewegen. Als ideale Belastungsintensität gilt ein Training bei etwa 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Da diese in der Regel nur geschätzt werden kann, gilt als Faustregel: Man sollte sich während der Belastung noch unterhalten können – kurz: „Laufen, ohne zu schnaufen”.

Auch leichtes Krafttraining hat einen positiven Effekt Wer an den genannten Sportarten keine Freude findet, kann auch Gymnastik oder Sportspiele mit geringer Belastung wie Tischtennis oder Golf wählen. Sogar leichtes Krafttraining hat einen positiven Effekt, wenn es richtig durchgeführt wird. „Lange Zeit wurde Bluthochdruckpatienten von einem Krafttraining mit isometrischen Übungen, etwa Liegestütz, abgeraten”, erklärt Prof. Westhoff: „Man fürchtete Blutdruckspitzen”. Dieses Dogma sei aber mittlerweile gefallen. Auch ein Kraftausdauertraining niedriger Intensität könne den Blutdruck senken und das Ausdauertraining ergänzen. Da es vorwiegend bei hochnormalem Blutdruck (bis 139/89 mmHg) oder bei leichtem Bluthochdruck (bis 159 mmHg) empfohlen wird, sollten sich Patienten von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin individuell beraten lassen. Grundsätzlich ungeeignet bei Bluthochdruck sind hingegen Maximalkrafttraining, beispielsweise Gewichtheben, sowie Sportspiele mit hoher Belastung, wie Squash oder Eishockey. (cme)

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre „Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder per Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder Tel. 069 955128-400.


Hilfsangebote nutzen, die Krise mit Zuversicht bewältigen
Appell von Ergotherapeut:innen

Steigende Inzidenzen rücken gute Nachrichten wie das angekündigte Ende der epidemischen Lage in Deutschland und das geplante Beenden der Maskenpflicht in ein anderes Licht. Dürfen die Menschen dennoch aufatmen? „Die Menschen sollen unbedingt wieder aufatmen; dazu gilt es, auf die Spuren zu schauen, die die Corona-Krise bereits hinterlassen hat und noch immer verursacht“, sagt Vera Rüther, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Sie bezeichnet die Corona-Krise als große gesamtgesellschaftliche Herausforderung und Nährboden für Ängste. Dem etwas entgegenzusetzen bedeutet, die Auswirkungen auf die Psyche der Menschen zu erkennen, anzugehen und zu bewältigen. Jetzt, damit sich die möglichen emotionalen Belastungen nicht verschlimmern, manifestieren oder zu chronischen Störungen und Erkrankungen werden. Hilfsangebote gibt es von vielen Seiten, zum Teil kostenlos.

Die Corona-Krise trifft die Menschen nicht nur wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen, vielmehr ist sie der Grund für viele weitere, und vor allem für persönliche Lebenskrisen. Unsicherheit, Existenz-, Zukunfts- und andere Ängste prägen diese Zeit. Aber: kaum jemand will solche Emotionen haben und daher auch nicht wahrhaben. Unterdrückt und unverarbeitet bereiten sie jedoch zunehmend Stress. Schrecken Betroffene davor zurück, sich möglichst frühzeitig in professionelle Hände zu begeben, kann das außer der Verschlimmerung der persönlichen Situation für weitere, nicht abzuschätzende Folgekosten für die Allgemeinheit sorgen.

Emotionen hinter der Fassade „Es ist wichtig und richtig, bei emotionalen Belastungen Hilfe zu suchen, denn frühes Handeln erleichtert die Behandlungserfolge und verhindert ein Chronifizieren“, fordert die Ergotherapeutin Vera Rüther jeden Einzelnen auf, sorgsam mit sich selbst zu sein und gegebenenfalls etwas zu unternehmen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich ist Aktivwerden angesagt: Fallen Personen, die einen angespannten, ängstlichen oder sorgenvollen Eindruck machen auf, empfiehlt die Ergotherapeutin, sie einfühlsam, aber mit der gebotenen Dringlichkeit darauf anzusprechen. Grundsätzlich sei es in der aktuellen Situation wichtig, aufmerksam zu sein, denn viele ihrer Patient:innen, sagt sie, gingen mit einer Fassade durchs Leben. Sie lassen ihre wahren Emotionen nicht oder selten nach außen, verschleiern – meist unbewusst – was in Wahrheit in ihnen vorgeht. Es ist schwer, die eigene emotionalen Schieflage zu realisieren. Der eigene Anspruch oder hohe Erwartungen von außen führen dazu, dass Menschen denken, perfekt sein zu müssen. Perfekt sein im Sinne von ‚keine Fehler machen‘, es allen recht machen und die Erwartungen anderer erfüllen, also immer zu ‚funktionieren‘. Funktioniert ein Mensch dann nicht mehr so wie gewohnt, kann er selbst meist ebenso wenig wie sein Umfeld verstehen, weswegen das so ist. Das Selbstbild und Selbstverständnis sind angeknackst – ein als hochbedrohlich empfundener Zustand, den Betroffene häufig nicht als psychisches Problem einordnen können oder wollen. Hinzu kommt, dass psychische Probleme noch immer stigmatisiert sind und vorurteilsbehaftet.

Weltweite Lage verstärkt eigene Emotionen „Die Corona-Krise hat vieles an den Tag gebracht, verdeutlicht, oder verschärft. Hinzu kommen existierende Spannungsherde wie etwa die Klimakrise, das Flüchtlingsproblem oder soziale Ungerechtigkeit. Probleme mit einer solchen Dimension scheinen kaum lösbar und führen zu dem für viele spürbaren Phänomen des Weltschmerzes. Der ist so groß, dass sich Menschen ganz klein fühlen – klein in dem, was sie bewirken und verändern können“, führt die Ergotherapeutin Rüther aus, was vielen, mitunter zusätzlich zu eigenen Ängsten oder Problemen, zu schaffen macht. Gefühle der Ohnmacht oder Sinnlosigkeit bewirken, dass Menschen frustriert und hoffnungslos sind oder mit der Zeit resignieren. Eine solche Entwicklung lässt sich stoppen. Etwa durch Umdenken. Es darf jetzt zum guten Ton gehören, Emotionen wie Ängste & Co. zuzulassen, sich mit anderen dazu auszutauschen, Hilfe anzunehmen oder selbst Hilfe zu holen – und zwar von dafür ausgebildeten Berufsgruppen.

Viele Wege führen zur Verbesserung der emotionalen Lage Die Corona-Krise hat die Welt aus den Angeln gehoben und die Lebensumstände vieler Menschen stark verändert. „Die bisherigen Verhaltensmuster und Sichtweisen wie ‚weiter funktionieren wollen‘ sind nicht mehr zielführend, sondern führen zwangsweise dazu, dass sich die eigene Lage weiter zuspitzt“, erklärt Vera Rüther und appelliert an alle, die sich unsicher sind, Kontakt mit Beratungsstellen aufzunehmen. Die Kommunen und Kirchen bieten mitunter kostenlose Möglichkeiten für (auf Wunsch anonyme) Telefon- oder persönliche Beratungsgespräche. Caritative Einrichtungen oder entsprechende Stellen an Universitäten und Hochschulen sind ebenfalls geeignete Plattformen, um mithilfe von hierfür ausgebildeten Expert:innen einen ungefilterten Blick auf sich selbst und die eigenen Emotionen zu erhalten. Für andere ist möglicherweise der Besuch oder das Gründen einer Selbsthilfegruppe der beste Weg. Ebenso sind Gespräche mit nahestehenden Personen aus dem eigenen Umfeld ratsam. Nicht zuletzt ist das Konsultieren des Arztes beziehungsweise der Ärztin des Vertrauens hilfreich; insbesondere dann, wenn sich körperliche Symptome wie zum Beispiel Schlafstörungen, Schmerzen, Energielosigkeit oder Reizbarkeit zeigen.

Mit eigenen Lösungen durch die Krise kommen Kommen Haus- oder Fachärzt:in zu dem Schluss, die emotionalen Belastungen, die bei vielen durch die Corona-Krise entstanden sind oder verstärkt wurden, bedürften einer Unterstützung, verordnen sie unter anderem Ergotherapie. Betroffene wollen möglichst rasch Hilfe, sobald ihnen die eigene emotionale Situation bewusst ist und sie ihre Notlage akzeptieren. Ergotherapeut:innen, die bereits durch ihre Ausbildung unter anderem medizinisches und psychologisches Wissen besitzen, können dank kürzerer Wartelisten meist direkt mit ihrer Intervention beginnen. Auch dann, wenn die Patient:innen noch keinen Termin bei Psycho- oder Verhaltenstherapeut:innen vereinbaren konnten. Ergotherapie kann alleine beginnen, überbrückend sein und später parallel und in interdisziplinärer Abstimmung mit weiteren Gesundheitsberufen verlaufen. Die erste Aufgabe von Ergotherapeut:innen ist, ihre Patient:innen zunächst zu stabilisieren, was unter anderem dazu dient, die Erkenntnisse über den eigenen psychischen Zustand zuzulassen und zu akzeptieren. Parallel befähigen Ergotherapeut:innen ihre Patient:innen, eigene Lösungen zu kreieren, um einen besseren Umgang mit ihrer eigenen und der allgemeinen Situation zu entwickeln. Ebenso lernen diese Menschen ihre Fähigkeiten und Ressourcen kennen, lernen, sie zu benennen, wertzuschätzen und realistisch einzuschätzen. Wichtige Voraussetzungen, um den Alltag zu meistern, das Leben mit Zuversicht und ohne eine Fassade des Perfektseins zu leben. Das ist im Sinne einer nachhaltigen Wirkung ein zentraler Aspekt der ergotherapeutischen Intervention.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

25.11.2021 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.